Die DDR – PlĂĽnderung im Namen der Einigung

by

Die DDR – PlĂĽnderung im Namen der Einigung
Die DDR-Bürger wurden ohne Startkapital in ein System entlassen, in dem nur jene eine Chance haben, die besitzen. Die bundesdeutsche Politik hatte 1990 einen wirtschaftlichen Urknall heraufbeschwört.
Es dauerte eine Weile, ehe es eine Bestandsaufnahme der Rolle der Treuhand-Anstalt, die möglichen Komplikationen und Folgen der Wirtschafts- und Währungsunion – kurz: Eine Aufarbeitung des ökonomischen Anschlusses der DDR an die BRD gab. Die kompletten 1990er Jahre hinweg wurde dies vor allem von Ostdeutschen zu leisten versucht, die mit offenen Augen mitangesehen und auch weitestgehend verstanden hatten, was vor sich gegangen war. Es gab somit schon Berichte zu lesen, veröffentlich etwa im Aufbau-Verlag von Christa Luft (Treuhandreport. Werden Wachsen und Vergehen einer deutschen Behörde. 1992), oder von Wolfgang Seibel in der Politischen Vierteljahresschrift (Strategische Fehler oder erfolgreiches Scheitern? Zur Entwicklungslogik der Treuhandanstalt 1990–1993. 1994). Daniela Dahn griff in ihren Auseinandersetzungen mit den Entwicklungen nach der Wende die Machenschaften der Investoren und der Treuhand-Anstalt immer wieder auf. Und natürlich auch Menschen, die damals am Runden Tisch der DDR zugegen waren, Menschen, die eigene Vorstellungen und Ideen für eine Zukunft der DDR hatten – Ideen, die der Westen mit seiner Macht, seinen Versprechungen und seinem strategischen Kalkül hinwegfegte. Werner Schulz, damals Bündnis 90, heute für die Grünen im Europaparlament, ist einer von ihnen. Aber man hörte meist nicht so recht hin – die Jammerossis eben wieder. Die Undankbaren.

(Doku Quelle: Youtube.com)