Anonymous und Scientology – Hacker gegen Sekte

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Anonymous und Scientology – Hacker gegen Sekte
Im Februar 2008 organisierte Anonymous weltweit Demonstrationen gegen Scientology – einige Tausend Menschen schlossen sich an. Die heute bei Occupy-Demonstranten beliebte Guy-Fawkes-Maske tauchte erstmals in der Ă–ffentlichkeit auf. Deutsche Anonymous-Splittergruppen waren von Anfang an dabei, MJ mittendrin. Der Widerstand in Berlin sei fleiĂźiger, der in Hamburg kreativer, sagt sie. Einmal im Monat ziehen die Hamburger Aktivisten verkleidet als Superhelden oder in grĂĽnen GanzkörperanzĂĽgen vor das Scientology-Haus, wo sie mit Kuchen, Saft und Gummibärchen ein Protestpicknick veranstalten. Noch größere Wirkung entfaltet Anonymous im Netz, wo umfangreiche Dokumentations- und Informationswebsites („whyweprotest.net“) zu Scientology zusammengestellt werden.

Scientology-Kritiker bewerten diese Arbeit positiv. „Entgegen ihrem Ruf als SpaĂźguerilla haben sie sich sehr tief in das Thema eingearbeitet“, sagt Stefan Barthel, Sektenbeauftragter des Berliner Senats. Im BĂĽro von Deutschlands bekanntester Scientology-Kritikerin, Ursula Caberta von der Hamburger Innenbehörde, hängt die grĂĽne Anonymous-Flagge. Aktivisten haben sie ihr nach einer Demo geschenkt. „Anonymous ist fĂĽr Scientology gefährlich“, sagt Caberta. „Normalerweise ist Scientology skrupellos, Kritiker mundtot zu machen. Aber bei den weltweit vernetzten und maskierten Aktivisten sind sie machtlos.“ Anonymous fördere ein Klima der Ă–ffentlichkeit, sagt Caberta. Immer mehr Aussteiger wĂĽrden sich trauen, ihre Geschichte zu erzählen. Dass die Internet-Bewegung in der Lage ist, anstelle staatlicher oder kirchlicher Einrichtungen Aussteigern dauerhaft zu helfen, glaubt Caberta hingegen nicht. Viele Ex-Scientologen brauchten intensive psychische Betreuung. „Ohne Job, Geld, Wohnung und Freunde stehen sie auĂźerhalb des Psycho-Konzerns vor dem Nichts“, warnt sie.

(Doku Quelle: Youtube.com)